

Veronika Dierauer (*1973)
„Ästhetik und Aussage sind die Hülle meines Schaffens."
1973 Geboren in Arbon, Schweiz
1992 Ausbildung Steinbildhauerin / Kunstgewerbeschule St.Gallen
1997 Selbständige Bildhauerin
In meinen Werken versuche ich das Statische zu durchbrechen, in Richtung einer fiktiven Renaissance. Ich hinterfrage, ohne zu werten, oder gar Antworten zu liefern. Inhaltlich setze ich mich mit gesellschaftlichen Themen auseinander. Beobachtungen globaler Situationen oder auch Anregungen im näheren Umfeld, sind Motive für mein künstlerisches Schaffen. Meine Arbeit verstehe ich als versteinerte Momente. Die Gestaltung bewegt sich zwischen Realität, Fiktion, Designobjekten, Ambivalenz, Irritation. Die Materialwahl steht in enger Verbindung mit dem jeweiligen Projekt. Ausstrahlung wie auch Intensität oszillieren mit der Thematik und dem Material.
Water
Water thematisiert das Wasser, als Grundlage der Existenz aller Lebensformen. In gebundener Form einer zerdrückten PET- Flasche, weist das Werk auf die Nutzung von Ressourcen und die Thematik mit Abfall hin. Die Skulptur symbolisiert den Umgang mit Wasser in jeder Hinsicht, sei es als kostbares Trinkwasser oder die Verschmutzung der Gewässer. Die Wahl des Materials Marmor allegorisiert eine dekadente Konsumgesellschaft, die weder Wert noch Ästhetik achtet; denn jede zerdrückte Plastikflasche ist eine einzigartige Form. Die Grösse und die Verfremdung des Materials in Bezug auf das Ursprungobjekt aus Plastik, evoziert eine Surrealität. Platziert in die Natur leuchtet der weisse Stein wie ein Fremdkörper und weist darauf hin, dass Plastikabfall nicht in die Natur gehört.
Safe
Das Bedürfnis nach Sicherheit ist fundamental – doch gibt es sie überhaupt? Ist es eine Illusion zu glauben, dass Versicherungen und Geld echte Sicherheit bieten? Eine Garantie? Sicherheit ist eng mit menschlicher Angst und Verletzlichkeit verknüpft und eröffnet ein weites Feld für philosophische Reflexion. Der überdimensionale Schwimmflügel verweist auf eine Pseudosicherheit – denn auch eine Schwimmhilfe schützt nicht garantiert vor dem Ertrinken. Das Werk spielt widersprüchlich mit dem leichten Schwimmflügel und dem schweren Marmorstein. Letzterer kann Reichtum und Macht symbolisieren und verweist auf die wirtschaftliche Verwertung von Angst: eine aufgeblasene Sicherheit, die leicht zerplatzt.
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